Macht digitales Leben nun doof oder nicht? Im Web ist Frank Schirrmachers Buch “Payback” in den vergangenen Wochen ein großes Thema gewesen. Es fehlte nicht an kritischen Repliken auf Schirrmachers Klage über die zunehmende Überforderung der Menschen durch moderne Kommunikationskanäle – hier ist die von Internet-VIP Sascha Lobo. Und hier die von Tim Cole (und hier unser Blogbeitrag dazu). Trotzdem verkauft sich das Werk wie geschnitten Brot. Und dafür muss es ja einen Grund geben. Andere Stimmen reden das Mitmachweb schon mal vorsorglich tot, da sich doch ohnehin kaum noch einer daran beteilige. Dieser These muss die Tatsache, dass Unternehmen im kommenden Jahr online mehr Geld ausgeben wollen, ja nicht unbedingt widersprechen. Etliche Studien sehen hier großen Nachholbedarf. Die Frage ist: wird das Gros der Unternehmen die Online-Party erst besuchen, wenn sie schon zuende geht? Ich persönlich glaube das nicht. Die Netz-Avantgarde natürlich wird immer wieder neue Wege suchen, sich der fortschreitenden Kommerzialisierung des Webs zu entziehen.
Weiterhin sorgen Realtime Search und der Wettkampf der großen Suchmaschinen für Gesprächsstoff. Für Unternehmen bedeutet das allemal: Sie müssen in Zukunft (noch) schneller reagieren und kommunizieren. Beim neuesten Trend Formspring gehen die Meinungen weit auseinander. Das Prinzip ist einfach: Jeder kann auf dieser Plattform eine Seite anlegen und sich (anonyme) Fragen stellen lassen. Die Firma Alverde macht vor, wie so etwas als eine Art FAQ für Kunden aussehen kann. Die meisten zeigen auf Formspring derzeit allerdings nur, wie Selbstbeweihräucherung in perfekter Vollendung funktioniert. Gefallene Superhelden sind immer besonders interessant – deshalb soll der Skandal um Tiger Woods in diesem kleinen Überblick zumindest erwähnt werden. Hier ein ernsthafter Beitrag dazu – und hier ein witziger. Last but not least eine Warnung an alle: Übertreibt es nicht mit dem Twittern. Sonst seht ihr bald so aus!



Do, Dez 17, 2009
Communication